Ich war mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren, als mir ein Spot ins Auge gefallen ist. Ein einfacher Ort: grüne Flächen, ein weißer Streifen, der sich durchzieht – nichts Spektakuläres, aber irgendwas hat gestimmt. Die Farben, der Kontrast – sie haben mich angesprochen. Also hab ich angehalten und die Kamera ausgepackt.
Als ich genauer hingeschaut habe, entdeckte ich ein altes Auto in der Ecke. Ukrainisch, glaube ich – das Modell bin ich mir nicht sicher, aber es hat definitiv Charme. Eine Spur von etwas anderem, etwas, das eigentlich nicht dazugehört – und doch irgendwie passt.
Das ist es, was ich an Street Photography liebe: alltägliche Dinge, die ein anderes Gewicht bekommen, wenn man wirklich hinschaut. Durch den Sucher werden sie zu etwas anderem. Ich hab ein paar Frames gemacht und mich von der Atmosphäre leiten lassen.
Es braucht nicht immer die große Geste oder das offensichtliche Motiv. Manchmal ist es die kleine Ecke, in der unerwartet etwas auftaucht. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, findet die besten Bilder an Orten, an denen man nie gesucht hätte.