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Es ist faszinierend, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn die Kamera ständig dabei ist – oder noch besser, direkt in der Hand liegt. Es fühlt sich an, als würde ein Schalter umgelegt, der den Blick auf die Welt verändert. Plötzlich scannt man die Umgebung automatisch nach Motiven ab.

Was mich dabei besonders reizt, sind die unscheinbaren Dinge. Dinge, die einfach so herumstehen, die man vielleicht im Vorbeigehen nicht einmal bemerken würde, die aber – zumindest für mich – einen installativen Charakter haben. Es wirkt oft wie moderne Kunst. Oder vielleicht auch nicht?

Manchmal frage ich mich, ob das überhaupt Kunst ist. Und ich bin sicher, der ein oder andere Betrachter würde sich die gleiche Frage stellen. Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Aber genau das ist der Punkt: Diese Spuren, die die Menschheit hinterlässt, sind immer da, überall. Sie erzählen Geschichten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Wer hat das dort abgestellt? Warum? Was ist die Geschichte hinter diesem Objekt?

Das macht für mich den Reiz der Fotografie aus. Sie ist mehr als nur das Festhalten eines Moments – sie ist das Erzählen von Geschichten. Und manchmal sind es genau diese unscheinbaren Überbleibsel des Alltags, die die spannendsten Geschichten zu erzählen haben.

Die Welt ist voll von versteckten Kunstwerken, und ich nehme mir die Freiheit, sie mit meiner Kamera zu entdecken. Wer weiß, vielleicht ist genau das der Unterschied: Ob man Kunst darin sieht oder nicht. Aber am Ende zählt nur, dass es für mich eine Bedeutung hat – und das reicht.

Fotografie ist Entdeckung. Fotografie ist Interpretation. Und manchmal ist Fotografie einfach eine Art, Geschichten zu erzählen, die sonst niemand bemerkt hätte.

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